Verlag am Birnbach - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Es leuchtet der Stern

 
"Es leuchtet der Stern.
Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.
Und viel geht dir unterwegs verloren.
Gold der Liebe,
Weihrauch der Sehnsucht,
Myrrhe der Schmerzen
hast du ja bei dir.
Gott wird es annehmen."
Karl Rahner
 
Dem Stern folgen und den Weg zur Krippe finden. Ankommen. Aufgenommen werden. Angenommen werden. Aufgehoben sein bei Gott. Und: Zuhause sein. Das ist der Weg, den der Text von Karl Rahner in sprachlicher Schönheit beschreibt.
 
Wir sind unterwegs und schleppen viel mit uns herum in diesen Tagen.
Es sind ja nicht nur die Geschenke, es sind auch unsere Sorgen und Ängste, unsere Hoffnungen und Sehnsüchte, unsere Mühen und, Gott sei Dank, auch unsere Freude auf das Fest und die Liebe zu den Menschen, denen wir begegnen werden.
Das alles haben wir im Gepäck. Was auch immer davon noch auf unseren Schultern liegt oder in unseren Herzen wohnt, wenn Weihnachten ist, bringen wir es mit. Wir haben dies alles dabei, wenn wir unsere Weihnachtsgottesdienste feiern. Und wenn wir die Hände falten und beten, bringen wir all das zu Gott. Wir sagen ihm: Hier sind meine Geschenke für dich. Ich bringe dir, was ich habe und lege es in die Krippe. Auch meine Sorgen. Ich lege alles ab bei dir!
Und Gott nimmt es an. Und Gott macht was daraus.
Ob wir ihm das wohl zutrauen? Können wir glauben, dass Gott, nicht nur unsere Liebe als Geschenk möchte, sondern uns auch abnimmt, was uns beschwert? Gott will, dass uns Leben und Glauben gelingen. Er nimmt, was uns beschwert und bedrückt, genauso gerne an, wie unseren Dank für alles, was uns froh macht.
 
Weihnachten sagt uns: Zu Gott kannst du kommen, wie du bist, und mit allem, was dich ausmacht. Er nimmt dich an. Und er hilft dir auf. Er schenkt dir Lebensfreude und Lebensmut. Bei dem Kind in der Krippe, bei Gott, bist du geborgen und hier gehörst du hin. Hier ist Gott dir ganz nah.
Manchmal ist es nicht leicht, daran fest zu glauben. Das ist aber nicht schlimm. Auch unsere Zweifel können wir mit zur Krippe bringen.
 
"Herr ich glaube, hilf meinem Unglauben“ so ruft der Vater des kranken Jungen in Mt. 24,24. Er möchte glauben, dass Jesus seinen Sohn gesund machen kann und weiß doch, dass sein Glaube nur eine kleine Kraft hat. "Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ Dieses Stoßgebet ist die neue Jahreslosung für 2020. Möge diese Jahreslosung uns immer daran erinnern, dass es sich lohnt mit Gott und den großen und kleinen Wundern, die er in unser Leben hineinlegt, zu rechnen. Dem kranken Jungen hat es geholfen. Er wurde gesund.
 
Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein an Wundern reiches, neues Jahr 2020.
 
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Dietrich Denker
 
Text von Karl Rahner aus: Deutschschweizer Projekte Erwachsenenbildung. wtb werkstatt-theologie-bildung, www.wtb.ref.ch
Foto: Antje Brand

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