Jahreslosung 2018
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6 (L)

Gedanken zum Erntedank-Fest

Die Bilder aus dem Hambacher Forst bewegen zurzeit viele Menschen, mich auch. Im Gespräch mit den jungen Leuten dort fällt auf, mit welcher Sanftheit und Achtsamkeit sie der Natur, den Bäumen und den Tieren begegnen. Im krassen Gegensatz dazu stehen die aggressiven, nicht gewaltfreien Auseinandersetzungen, die sich zwischen Polizei und Waldbesetzern abspielen. Und was die technisch beeindruckenden Bagger und Kraftwerksanlagen im Tagebau und im Umland mit der Gewalt von tausenden PS oder Kilowattstunden der Natur, der Landschaft, dem Horizont und dem Himmel antun, hat auch mit Sanftmut und Achtsamkeit nichts zu tun. Jahrhunderte alte Kulturlandschaften werden durch uns verändert.

Keiner von uns wird sagen können, wie die Landschaft dort in 200 Jahren oder gar in einigen 1000 Jahren aussehen wird. Auf jeden Fall wird der Einfluss von uns Menschen auf diese neue Landschaft so groß sein, wie wir das sonst nur aus den Megastädten der Welt kennen.

Wenn wir in diesen Tagen in unseren Kirchen „Erntedank“ feiern, kommen unserer Hände Arbeit und die Gaben bzw. Ressourcen der Natur zusammen in den Blick. Erst in der Kombination von beidem werden wir satt, kommen wir warm durch den Winter und verdienen wir unseren Lebensunterhalt. Dem Grunde nach ein stabiles Gleichgewicht, das unser Gott uns da mit seiner Erde und all dem Leben und der Frucht, die sie hervorbringt, anvertraut hat.

Es erschreckt mich, wie sehr wir dieses Gleichgewicht zerstören und wie wenig wir bereit sind, uns konsequent dafür einzusetzen und es zu erhalten. 

Eher zögernd sind wir auch in unserem Kirchenkreis auf dem Weg nachhaltig und öko-fair unseren Arbeitsalltag im Büro und in Sitzungen zu gestalten. Immerhin haben wir uns jetzt auf den Weg gemacht. Doch es erfordert noch viel Überzeugungsarbeit, die eingefahrenen Wege der Büromaterialbeschaffung und Sitzungsbewirtung zu verlassen.

Ich möchte am Erntedankfest mit Freuden Gott Danke sagen für all das Gute, das er uns schenkt. Zugleich möchte ich aber auch Mut machen zu einem sanftmütigen, gewaltfreien und achtsamen Umgang miteinander und mit der Natur.

"Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen“ (Mt. 5,5) sagt Jesus in seiner berühmtesten Rede, der Bergpredigt.

"Herr, lehre uns auf Christi Spur, dem Wahn zu widerstehen und mit den Kräften der Natur behutsam umzugehen.“ (Detlev Block)

Herzliche Grüße

Ihr

Dietrich Denker  

Bild: Homepage Ev. Jugend im Rheinland

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